Moldawische Weinanbaugebiete (IGP) erklärt: Codru, Ștefan Vodă und Valul lui Traian


Die drei wichtigsten IGP-Weinregionen Moldawiens im Überblick.

Wer Wein wirklich verstehen will, muss sich von einem Irrtum lösen: Herkunft ist nicht nur ein romantisches Detail auf dem Etikett. Herkunft ist ein System. Sie entscheidet darüber, wie Trauben reifen, wie Säure wirkt, wie Tannine greifen und wie ein Wein im Glas steht.

Moldawien ist dafür ein erstaunlich gutes Beispiel. Das Land liegt zwischen Rumänien und der Ukraine, auf einem Breitengrad, der auch Bordeaux und Burgund prägt. Es hat fruchtbare Schwarzerdeböden, kalkhaltige Untergründe und ein Klima, das kontinental bleibt, im Süden aber vom Schwarzen Meer abgemildert wird. Dazu kommen sanfte Hügel, Wälder und Flüsse sowie eine Weintradition, die älter ist als viele europäische Nationalstaaten.


Was bedeutet IGP in Moldawien?

IGP steht für Indicație Geografică Protejată, also eine geschützte geografische Angabe. Sie ist die moldawische Variante dessen, was man aus anderen Ländern als Herkunftssystem kennt.

Eine IGP sagt nicht nur, woher ein Wein stammt. Sie gibt Hinweise auf Klima, Böden und typische Stilistik. Wer diese Begriffe versteht, wählt Wein weniger zufällig und oft auch passender.

In Moldawien sind für Stillwein vor allem drei große IGPs relevant: Codru, Ștefan Vodă und Valul lui Traian. Dazu kommt „Divin“ als landesweite Herkunftsangabe für Weinbrand.


IGP Codru: Die elegante Mitte Moldawiens

IGP Codru in Moldawien: Klima, Böden, Höhenlage und typische Rebsorten im Überblick
Codru steht häufig für Frische, Eleganz und eine starke Weißweintradition. Codru liegt im Zentrum und profitiert von Wäldern und Höhenlagen.

Codru ist die größte und traditionsreichste Weinregion Moldawiens. Sie liegt im Zentrum des Landes und steht für ein ausgeglichenes Klima. Wälder wirken als natürlicher Puffer, Höhenlagen bewahren Frische. Typisch sind Schwarzerdeböden, ergänzt durch Wald- und Lehmböden.

Stilistisch ist Codru die Heimat der Weißweine und Schaumweine. Viele Weine wirken präzise, floral, mineralisch, selten überreif. Auch Sekte nach traditioneller Methode spielen eine wichtige Rolle.


IGP Ștefan Vodă: Struktur, Tiefe und das Purcari-Erbe

IGP Ștefan Vodă in Moldawien: Klima, Böden und Weinprofil der Purcari-Region
Ștefan Vodă ist bekannt für strukturierte Rotweine und eine lange Weintradition. Südosten Moldawiens, nahe Dnister, mit ausgleichendem Einfluss.

Ștefan Vodă liegt im Südosten des Landes, entlang des Flusses Dnister, nicht weit vom Schwarzen Meer. Diese Lage bringt Wärme und zugleich Ausgleich. Böden sind häufig lehmig und tonig, in manchen Zonen mit eisenhaltigen Rotlehmböden.

Rotweine dominieren. Cabernet Sauvignon und Merlot spielen eine große Rolle, ebenso lokale Sorten wie Rară Neagră. Gleichzeitig entstehen mineralische Weißweine, die oft straffer wirken, als man es von einer warmen Region erwarten würde.


IGP Valul lui Traian: Wärme, Kraft und dunkle Frucht

IGP Valul lui Traian in Moldawien: warmes Klima, Schwarzerde und Rotweinprofil
Valul lui Traian steht für Sonne, Reife und kraftvolle Rotweine. Südwesten Moldawiens, Steppe und Hügelland mit viel Sonne.

Valul lui Traian ist die heißeste der drei großen IGPs. Schwarzerde dominiert, oft in lehmig-tonigen Ausprägungen. Die Sommer sind heiß, die Vegetationsperiode ist lang, Trauben reifen sehr zuverlässig.

Die Region ist stark auf Rotwein ausgerichtet. Cabernet Sauvignon, Merlot, Fetească Neagră und Saperavi zeigen hier, wie ernst Moldawien Rotwein meint. Typisch sind dunkle Beerenaromen, kräftiger Körper und ein warmer, langer Abgang.


Warum das beim Weinkauf hilft

Viele Menschen kaufen Wein nach Etikett, Preis oder Gewohnheit. Das ist verständlich. Aber es ist auch der Grund, warum Wein manchmal enttäuscht. Nicht, weil er schlecht ist, sondern weil die Erwartung nicht passt.

Die IGPs sind eine Orientierung: Codru steht häufig für Frische und Eleganz, Ștefan Vodă oft für Struktur und Tiefe, Valul lui Traian eher für Wärme und Kraft. Moldawien ist damit kein einzelner Geschmack, sondern ein Spektrum.


So schmeckt Saperavi in drei Regionen: Paket „Schwarze Seele“

Wer diesen Unterschied praktisch erleben möchte, kann sich sehr gut an Saperavi orientieren. Die Rebsorte reagiert sensibel auf Klima und Boden und zeigt regional erstaunlich unterschiedliche Facetten. Genau dafür ist dieses Paket gedacht: drei Saperavi aus verschiedenen moldawischen IGPs, nebeneinander verkostet.

Saperavi Selection Paket Schwarze Seele: drei Saperavi aus Moldawien zum Vergleich der IGP-Regionen
Drei Saperavi, drei Herkunftsprofile. Ideal für eine Vergleichsverkostung zu Hause.

Tipp: Beim Probieren lohnt sich eine kleine Notiz zu Frucht, Säure, Tannin und Länge. Herkunft wird dadurch fast automatisch verständlich.